Indirektes Feedback, das Sie ignorieren sollten

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Drei Arten von Feedback, die Sie beim Englischsprechen ignorieren sollten

​Als meine Mitbewohnerin und ich uns einmal über Putzen unterhielten, fing sie plötzlich an, über mich zu lachen. Nein, nicht über meine Putzfähigkeiten, sondern über mein Deutsch. Zwar hatte ich gerade einen Vokabelfehler gemacht, aber musste sie deswegen gleich darüber lachen?

Wenn wir eine Fremdsprache sprechen, kriegen wir ständig solches indirektes Feedback. Ein Lachen. Ein Lächeln. Ein nickender Kopf. Ein verwirrtes Gesicht.

Wie Sie damit umgehen, spielt eine große Rolle für Ihren Erfolg beim Englischsprechen. Ich beschreibe drei Arten von Feedback und erkläre, was genau dieses Feedback für Ihr Englisch bedeutet.

Kommen wir erst einmal zurück zu meiner Geschichte: Was brachte meine Mitbewohnerin so zum Lachen? Ich hatte sie ernsthaft gefragt, ob sie den Hubschrauber beim Putzen benutzt hatte. Eine ganz normale Frage, oder?

Nachdem sie sich beruhigt hatte, klärten wir, dass ich eigentlich „Staubsauger“ gemeint und die Wörter irgendwie verwechselt hatte. Statt mich zu schämen, sah ich nun ebenfalls den Humor der Situation, und Jahren später lachen wir immer noch darüber.

Übrigens, dieser Artikel hier ist Teil
einer Blogparade, die von Comspace veranstaltet wird. Dort können Sie auch andere Artikel zum Thema Feedback finden.

1 - Erheiterung

​Egal wie gut Ihr Englisch ist, Sie werden immer Fehler machen. Auf Deutsch passiert es Ihnen nur nicht so oft.

Wenn Sie einen Fehler machen und Ihr Gegenüber darüber lacht, bedeutet es nicht, dass Ihr Fehler besonders schlimm war. Es bedeutet lediglich, dass der Fehler und die jeweilige Situation zusammen ein lustiges Bild oder eine witzige Vorstellung erzeugt haben. Nicht mehr.

Es ist ok, sich ein bisschen über den Fehler zu ärgern. Sie sollten deswegen aber nicht gleich zu hart mit sich selbst und Ihrem Englisch ins Gericht gehen.

2 - Spott

​Als ich vor ein paar Jahren mit Freunden in einer Berliner Kneipe war, kamen wir mit dem Nachbartisch ins Gespräch. Es war lustig, bis irgendwann einer der Tischnachbarn meinen amerikanischen Akzent nachmachte. Auf bösartige Weise.

Zum Glück merkten meine Freunde es gleich, und wir ignorierten die Leute ab dann einfach. Trotzdem blieb dieses unangenehme Gefühl, und ich begann, ein wenig an meinen Deutschkenntnissen zu zweifeln. Als ich aber ein paar Tage später diese einzige schlechte Erfahrung mit Dutzenden von positiven Erfahrungen verglich, wurde mir klar, dass die Reaktion dieser Person mehr über sie selbst aussagte als über meine Deutschkenntnisse.

Falls sich also einmal jemand über Ihr Englisch lustig machen sollte, erinnern Sie sich daran, dass es mehr über die andere Person aussagt als über Ihr Englisch.

3 - Unverständnis

Mein Vater kann vieles. Er ist erfolgreicher Architekt. Er ist mehrmals Marathon gelaufen. Er hat einen tollen Sohn erzogen. Er hat auch mich erzogen. Nur ein Scherz. Aber eines kann mein Vater nicht so gut: hören.

Einmal, als er zu Besuch in Berlin war, erzählte ein Kellner uns etwas über die Karte, und mein Vater drehte sich zu mir, um eine Übersetzung zu bekommen. Ergibt Sinn, da mein Vater kein Deutsch spricht. Das Problem? Der Kellner sprach auf Englisch. Sein Englisch war auch ganz okay.

Diese Situation sagte mehr über meinen Vater als über das Englisch des Kellners. Wenn ab und zu jemand Ihr Englisch nicht versteht, machen Sie sich keine Sorgen. Es kann durchaus die Schuld Ihres Gegenübers sein. Erst wenn es öfter passiert, sollten Sie versuchen herauszufinden, woran das liegt.

Das Gegenteil kann auch passieren. Jemand redet mit Ihnen auf Englisch, und Sie haben einfach keine Ahnung, was er sagt.

Das passiert Ihnen aber auch auf Deutsch, oder? Manche Leute sprechen schnell, manche mit starken Akzenten oder Dialekten, manche nuscheln, manche labern und ergeben keinen Sinn, manche benutzen seltsame Redewendungen oder Slang, und die Liste geht weiter.

Wenn nur einzelne Personen für Sie schwer zu verstehen sind, liegt es wahrscheinlich eher an denen. Wenn es aber häufig passiert, könnte es an Ihrem Hörverständnis liegen.

Fazit

Wenn wir eine Fremdsprache sprechen, kriegen wir ständig indirektes Feedback. Ob jemand uns versteht oder nicht. Wie oft Sie Ihr Gegenüber bitten müssen, etwas zu wiederholen. Und so weiter.

Wichtig dabei ist, sich auf das Große und Ganze zu konzentrieren. Wenn Sie eine schlechte Erfahrung machen, sehen Sie diese einfach als eine Erfahrung von vielen. Wenn Sie Probleme auf Englisch mit einer einzigen Person haben, sehen Sie diese als nur eine Person von vielen.

Es gibt bei jeder Interaktion viele Faktoren, die eine Rolle spielen, und Ihre Englischkenntnis ist nur einer davon. Davon auszugehen, dass es Ihre Schuld war, ist erstens falsch und zweitens kontraproduktiv.

Fragen oder Kommentare?

​Falls Sie Fragen oder Kommentare zu diesem Thema oder ganz allgemein zur englischen Sprache haben, hinterlassen Sie einfach einen Kommentar oder schreiben Sie mir eine E-Mail (auf Deutsch oder Englisch) an NickMVance@gmail.com . Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

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